Zwei Personen in bunten Hüten

Zeitgenössische Malerei mit Charakter – Maria Dimitriou

Straße mit Schuhreparaturgeschäft

Das Porträt gilt in der Malerei als die Krone der künstlerischen Schöpfung. Es verlangt vom Künstler ein Höchstmass an virtuoser Gestaltungsbegabung und Umsetzungskraft. Ein Körperporträt – das Menschenbild also solches – stellt für mich immer wieder aufs Neue eine grosse Herausforderung dar.

Ich wähle bewusst den Begriff Körperporträt: Denn die Darstellung einer Person durch Mimik und körperliche Gesten in ihrer Einheitlichkeit und Ganzheit erfasst unterstreicht auf besondere Weise ihre Individualität.

Aus der Unmittelbarkeit des Aktionsradius einer nichtgestellten Situation ergibt sich die Intensität des Ausdrucks und der Aura der dargestellten Person/en. Hier ist das Nichtkünstliche, das Natürliche, das Einfrieren eines realen Momentes das Kunstvolle.

Einem Bildhauer gleich modelliere ich einen bestimmten Moment einer Mimik und Gestik heraus, um cineastisch wirkende Menschbilder zu kreieren. Der Mensch, eingefangen in seinen geheimnisvollen Gedanken und Träumen,  auf sich selbst zurückgeworfen, offenbart sich durch seine Sinnlichkeit in einer idealisierenden Schönheit. Meine Körperporträts und Selbstporträts sind nicht allein das reale Abbild dessen, der abgebildet ist. Sie tragen eine weitreichende Symbolik in sich, und es verbirgt sich oft eine besondere und tiefgründige Geschichte bzw. eine Verkettung von Geschichten dahinter. Geschichten, die ein Bild manchmal auch erst Jahre nach seiner Erschaffung erzählen kann oder will. Manche narrativen Aspekte in meinen Bildern sind wiederum nicht wirklich visuell greifbar, sondern lediglich zu erahnen.

Sie sind das Vorbild einer Geisteshaltung, einer Attitüde. Sie sind das Abbild einer Gefühlswelt.  Sie sind eine Reflexion meiner eigenen emotionalen Bildkultur.  Sie sind auch eine Erinnerung; ein Schein der Vergangenheit und Vergänglichkeit, woraus sich ein teils nostalgischer Charakter der Werke ableiten lässt. (Who was Lee Miller, Die Weisse Rose, Kain und Abel, Marlene Dietrich, The Beauty and the War, Black Widows, Maria, etc.)

Neben einer offensichtlichen Konzentration auf Menschenbilder, die sich als detailfreudige Persönlichkeits- und Charakterstudien in Einzel-, Paarporträts oder inmitten von lebhaften Strassenszenen offenbaren, umfasst mein Repertoire auch ein weitergespanntes Feld an Bildthemen, Bildstrukturen und Techniken sowie Auftragsarbeiten.

Rückblick

Das Fundament meiner Malerei liegt begründet im Reflex jener Zeit, in der die inflationäre Tendenz der Gegenstandslosigkeit das Bild als solches infrage zu stellen begann. 

Der Tod der Malerei wurde ausgerufen und das gemalte Bild als Flachware abgetan. Das öffentliche Interesse fixierte sich auf die neuen Medien, der Performancedarstellungen und Computerinstallationen. 

Wir waren gar an einem Punkt angelangt, an dem selbst die dominierende abstrakte Malerei keine befriedigenden Antworten auf das sinnlich-ästhetische Verlangen mehr zu geben vermochte.  Und selbst die Wahl des Mittels „Acryl“ konnte nicht zur Rettung über die antiquierte Ölmalerei hinweg verhelfen. Der Markt war übersättigt. Zu gross war die Dominanz der Stilrichtungen und der Disziplinen, die nichts neben sich gelten liessen.

Zu diesem Zeitpunkt, Mitte der 90er Jahre, wandelte ich durch die Kunstmessen auf der Suche nach einem Bild, das zu mir spricht.  Die grösste Frage, die sich mir dabei aufdrängte war die: Wo ist der Mensch geblieben? Und wie und wieso ist er abhanden gekommen?

Ich begann in Öl zu malen, weil ich auf der Suche nach einer Tradition war, deren Komplexität ich viel spannender und reizvoller fand als das, was sich mir damals bot. Ich begann Menschen zu malen, weil sie eine echte Herausforderung in der Malerei bedeuteten und bedeuten. Schnell daher gemachten Gemälden konnte ich nicht viel abgewinnen.

Wissend, dass die Malerei tot ist, konnte mich dies dennoch nicht von meinem Weg abbringen dieser Leidenschaft zu frönen. Und wie konnte es die Öffentlichkeit nur wagen zu glauben, die Malerei sei tot?! Heute, so scheint es, haben wir nicht nur den Tod der Malerei, sondern auch die Dominanz der Stilrichtungen überwunden.

Motivation

Nach jahrelanger Praxis mit der Ölmalerei, und um die Vorzüge der schnelltrocknenden Farbe wissend, arbeite ich in den letzten Jahren zumeist mit Acryl. 

Die Motivation meiner Arbeit ist mehr ein Impuls denn eine gedankliche Konstruktion. Es ist letzten Endes eine Entscheidung aus dem Bauch heraus und nicht aus dem Kopf, selbst wenn sich manchmal wochenlang meine Gedanken um ein Bild kreisen, ob ich es denn nun wirklich malen soll und warum? Selbst wenn das Konzept einer Ausstellung als solches ebenso gut durchdacht sein muss. Bei einer Entscheidung dem Kopfe nach würde gar kein Bild erst entstehen…

Meinen Kopf kann ich nicht wirklich abstellen, aber es hat sich immer als Hemmnis für die Erschaffung eines Kunstwerks erwiesen, wenn ich nach dessen intellektueller Existenzberechtigung gefragt habe. Erst die Überwindung dieser Frage führt zum eigentlichen Schaffensimpuls.

Authentizität
versus Realismus

Meine figurativ-gegenständliche Malerei lässt sich stilistisch einem impressionistischen Neorealismus zuordnen.

Ein sehr wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist die Authentizität. Ich trachte nach keiner Übertreibung oder Künstlichkeit, und sie ist doch etwas Künstliches. Der Bildaufbau und Intention sind klar und deutlich, die Kompositionen ausgewogen. Entscheidend ist für mich die Ausdruckskraft und Intensität der Strahlkraft eines Bildes; seine Persönlichkeit und sein Charakter. Es sind im wahrsten Sinne des Wortes Charakterstudien, eingebettet in narrativen Bildstrukturen. Und sie sind doch nicht real. Aber haben lebendige Vorbilder. Treibkraft ist das eigene sinnlich-ästhetische Verlangen. Es verlangt mich nach einem „schönen“ Bild, das zu mir spricht und mir Rätsel aufgibt… Dies sehe ich am meisten erfüllt und verkörpert in der Darstellung der menschlichen Gestalt und Physiognomie in all ihren Facetten. Aber nicht allein nur in dieser, denn gegen eine statisch-motivische Festlegung spricht schon allein die kreativ-schöpferische Kraft eines Künstlers oder einer Künstlerin.

MENSCHEN

STADTSZENEN

BARSZENEN

LANDSCHAFTEN

STILL LIFE

Frau mit rauchender Zigarette

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